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Gänzlich unschwäbisch, normal schafft mer halt sei Sach' ond schwätzt et driabr, fanden die Initiatoren ein wunderbar und wahrhaft internationales Motto für die großartigste Aktion seit dem Spiel des VfB Stuttgart gegen Bayern München, und das war peinlich.
Let's putz Stuttgart, auf geniale Weise verbindet sich der Flair der modernen Zeit mit tugendhafter Pflichterfüllung. Die Anglophilen, also die, die's gerne Englisch haben, und die Computerkids hätten wir damit schon auf unserer Seite.
Doch die Engländer und Amerikaner (die können immerhin ein paar Soldaten schicken, die schon nicht den Wald mit Spähpanzern umpflügen, solange sie in der Stadt Unrat sammeln) machen nur einen verschwindenden Anteil an der nichtdeutschen Bevölkerung Stuttgarts aus.
Und vor allem hat sich der Engländer bisher nicht besonders dadurch hervorgetan, da· er unsere Stadt in übermäßigem und auffälligem Umfang verschmutzt hätte. Weshalb also ein Motto, das vollständig an der eigentlichen Zielgruppe vorbeigeht?
Richtet man den Blick über die Stuttgart Citylimits, also bis nach Böblingen, lernen wir wie es besser geht: Picobello Böblingen, unsere Stadt soll sauber werden, so das Motto der kollektiven Kehrwoche, die dort unlängst durchgeführt wurde. Picobello, italienisch ist das wohl, spricht immerhin schon eine Bevölkerungsgruppe an, die zahlenmäßig etwas größer sein dürfte als die der englischsprechenden Einwohner. Aber Hand auf's Herz, wann habe Sie zu letzten Mal gesehen, wie ein Italiener ein Kaugummipapier, oder wegen mir auch eine leere Pizzaschachtel, in die Rabatten gefeuert hat? Auch hier muß leider gesagt werden, daß die Hookline die Targetgroup deutlich verfehlt.
Es mangelt an einem packenden Motto, das wirklich diejenigen anspricht, die gemeint sind. "Wenn ich einen Schwarzen mit einer Colabüchse in der Hand sehe, weiß ich schon was läuft.", so zitierte jüngst die Stuttgarter Zeitung einen Stuttgarter Polizisten in einem Artikel über Drogenhändler. Klar, als nächstes pfeffert der Neger die leere Büchse ins öffentliche Gesträuch und Stuttgart ist um ein leeres Getränkebehältnis dreckiger, das passiert. Aber was heißt putzen auf Ghanaisch, oder Swuaheli oder was immer die Drogenhändler für eine Sprache sprechen. Vor solchen Hürden muß eine gute Idee im Ansatz scheitern.
Stuttgart temizlemek, vielleicht, hätte eine der größten Gruppen potentieller Stadtverschmutzer knallhart im Visier, doch irgendwie packt auch das nicht so recht.
Wir haben einen kleinen Wettbewerb ausgeschrieben, um ein Motto zu finden, das den Geist und die Idee der Kehrwoche transportiert, jedoch besser zielgruppenorientiert ist, als die schwächlichen Versuche, die bisher gemacht wurden.
Vorschläge an vorschlag@stuttgart.org senden